Werner Gerberich - Mobilfunk in Greußenheim

Werner Gerberich
- Von Mensch zu Mensch -


 

Mobilfunk am "Herchenberg" in Greußenheim - Ein Appell an die Bürger
 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

jetzt wird es auch in Greußenheim ernst! Die Firma Mannesmann beabsichtigt in unserer Gemeinde in der Flurabteilung "Herchenberg" (für Neubürger: Hang im Süden Greußenheims, zwischen den Kreuzweg-Stationen und "Wilzi" oberhalb von Jägerstraße bzw. Baugebiet "Eselsweg") demnächst einen Mobilfunkmast (Sendeleistung etwa 50 Watt) zu errichten. Bereits seit 25.03.1999 befindet sich auf dem Dach der Turnhalle/Schule, eine Mobilfunkantenne (Verstärker) für den Handyempfang. Den Vertretern der Gemeinde fiel die Entscheidung hierfür seinerzeit offenbar leicht, da ja "keine Kosten für die Gemeinde" anfielen. Wissenschaft und Mobilfunkbetreiber oder -befürworter schließen zudem eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt aus, da Grenzwerte und Sicherheitsabstände eingehalten würden (das kann ja für unsere Grundschüler nur gut sein!). Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis sich der erste Mobilfunkbetreiber bei der Gemeinde meldet und die Errichtung einer Sendeanlage bevorsteht.

Am 02.02.2001 fand deshalb im Pfarrheim ein erster Informationsaustausch zwischen einer Vertreterin der Firma Mannesmann (Frau Corinna Meier - zuständig für "Start-Up-Phase") und dem ersten Bürgermeister statt. Dieser hatte dankenswerterweise alle (!) Mitglieder des Gemeinderates hierzu eingeladen und auch die Anwesenheit interessierter Mitbürger zugelassen (!!!). Es waren acht Gemeinderats-Mitglieder und noch (etwa) sieben weitere Zuhörer anwesend. Frau Meier erläuterte, dass die Mobilfunkbetreiber mit dem Erwerb der Lizenzen auch verpflichtet seien, einen ordnungsgemäßen Empfang sicherzustellen. Entsprechende Wünsche wurden an ihre Firma von Handybenutzern herangetragen. Auf Fragen zu eventuell bestehenden gesundheitsschädlichen Auswirkungen antwortete sie erwartungsgemäß mit dem Hinweis, dass nach den wissenschaftlichen Untersuchungen eine solche Gefahr nicht bestehe und man sich auf diese Untersuchungen schließlich verlassen müsse. Die vorgeschriebenen Abstände und Grenzwerte seien eingehalten. Einige Gemeindevertreter waren in der Diskussion der Ansicht, dass man die Entwicklung ohnehin nicht aufhalten könne(!). Die meisten Bürger benutzten mittlerweile ein Handy und wünschten auch einen guten Empfang. Bei der beabsichtigten Höhe des Mastes bis zu 10 m bestehe auch nach Baurecht keine Eingriffsmöglichkeit. Die Gemeinde könne allenfalls hinsichtlich der Auswahl des Grundstücks "steuernd" eingreifen, d.h. ein geeignetes Grundstück anbieten, das von seiner Lage her für die Allgemeinheit "verträglicher" sei als ein beliebiges Privatgrundstück. Als "Nebeneffekt" könne man ja das Nutzungsentgelt oder den Kaufpreis für die Gemeinde verwenden. Nach meiner Auffassung ist damit allerdings keine Gewähr gegeben, dass der Mobilfunkbetreiber nicht dennoch auch ein weiteres privates Grundstück nutzt. An einem bestehenden Mast werden mit Sicherheit noch weitere oder leistungsfähigere Antennen installiert. Auch wenn man einem Betreiber ein gemeindliches Grundstücke überlässt, kommen noch die anderen Mobilfunkbetreiber hinzu. Außerdem hat die Überlassung gemeindlicher Grundstücke eine gewisse Signalwirkung auf die Bürger, welche dann der Auffassung sein könnten, der Mobilfunk sei wohl doch harmlos, wenn sogar die Gemeinde dies fördert. Man sollte sich auch nicht von irgendwelchen Abständen der Mobilfunkstationen täuschen lassen. Es ist egal, ob eine solche Station nah oder weiter entfernt aufgestellt wird. Eine größere Entfernung wird mit höherer Leistung ausgeglichen. Der Empfang soll ja immer optimal sein. Irgendwie erscheint mir die Argumentation aber schon etwas merkwürdig, wenn Gemeindevertreter eine mögliche Gefährdung nicht ausschließen können, aber "zum Wohle der Bürger" ein eigenes Grundstück zur Verfügung stellen, damit ja nichts Schlimmeres passiert! Ob der "Nebeneffekt" dabei wohl eine Rolle spielt? Oder will man sich nur vor einer klaren Entscheidung drücken?

Was ist nun eigentlich dran an der Gefährdung durch Handys, Mobilfunk, elektromagnetische Wellen, Mikrowellen usw. (Stichwort: Elektrosmog)? Ist alles nur hysterisches Geschrei einer uninformierten fortschrittsfeindlichen Minderheit? Nach überwiegend herrschender Meinung der Wissenschaftler (Biologen, Mediziner, Physiker) besteht doch gar keine so große Gefahr und es gibt doch Grenzwerte? Kann man den der Wissenschaft auch nicht mehr trauen? Hierzu möchte ich nur folgendes anfügen: Allein der Umstand, dass jemand Wissenschaftler ist, macht jemand noch nicht vertrauenswürdiger. Überlegen Sie immer zuerst, weshalb jemand etwas tut, für wen er arbeitet oder von wem er bezahlt wird. Die Hochfrequenzforschung wird fast ausschließlich von der Industrie bezahlt. Die Studien werden von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und vor allem der ICNIRP (Internationale Strahlenschutzkommission) ausgewertet und die ICNIRP empfiehlt Grenzwerte, die von nationalen Gremien übernommen werden. Aber selbst der Umweltausschuss des EU-Parlaments wirft in seinem Beschlussentwurf für den 08.03.1999 der EU und der WHO vor, bislang die Ergebnisse einer großen Zahl wissenschaftlicher Publikationen ignoriert zu haben. Noch deutlicher schreibt der Wissenschaftler Dr. Neil Cherry, Lincoln Universität Neuseeland, der die Arbeitsweise der ICNIRP untersucht hat. "Ich zeige klar und schlüssig auf, dass hier eine Voreingenommenheit besteht gegen die Entdeckung und die Anerkennung von schädlichen Wirkungen, die so weit geht, dass die vorhandenen wissenschaftlichen Studien, welche diese Wirkungen beweisen, ignoriert werden, und diejenigen, die man ausgewählt hat, werden falsch dargestellt, falsch interpretiert und falsch gebraucht." Nur mit dieser Vorgehensweise können diese Institutionen auf den jetzt bestehenden Grenzwerten beharren. Dabei schreibt sogar die WHO in ihrer Broschüre vom Okt. 1999: "Keine Normungsbehörde hat Expositionsrichtlinien mit dem Ziel erlassen, vor langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen, wie einem möglichen Krebsrisiko, zu schützen." Prof. David von der Uni Witten -Herdecke, der in Grenzwertkommissionen tätig ist, für Mobilfunkbetreiber forscht und die Mobilfunktechnik verharmlost, antwortete am 15.07.1999 in Schwäbisch Hall auf die Aufforderung: "Dann tun Sie etwas für die Menschen, senken Sie drastisch die Grenzwerte!" Prof. David: "Wenn ich das tue, bin ich schon rausgeschmissen." Soviel zur Unabhängigkeit der Grenzwert-Kommissionen.

Untersucht wurde auch in erster Linie nur der thermische Effekt der Strahlung, also mögliche Schäden durch Erwärmung oder Verbrennung. Es gibt inzwischen zunehmend mehr Hinweise auf gravierende, leistungsabhängige sogenannte athermische Wirkungen elektromagnetischer Strahlung. Bereits jetzt zeigen sich nach der Installation von Mobilfunksendeanlagen schwere Gesundheitsstörungen bei Mensch und Tier. Der Mensch reagiert nachweislich bereits auf Strahlungsintensitäten, wie sie noch in mehreren Kilometern Entfernung von Sendeanlagen erreicht werden. Immer eindringlicher warnen Mediziner und Wissenschaftler vor den unkalkulierbaren Auswirkungen technischer Mikrowellen und besonders vor niederfrequent gepulsten Hochfrequenzen wie bei den D- und E-Netzen des Mobilfunks von Handys und Sendeanlagen oder den schnurlosen Heimtelefonen nach DECT-Standard.

Herkömmliche Sender wie Radio und Fernsehen strahlen sogenannte analoge elektromagnetische Wellen aus. Das sind Variationen von Sinuswellen, die ununterbrochen ausgesendet werden. Dazu gehören auch die alten C-Netze der Mobilfunkbetreiber. Selbst bei diesen analogen Wellen sind schädigende athermische Wirkungen bekannt. Neu am Mobilfunk des digitalen GSM-Standards ist die Tatsache, dass er niederfrequent gepulst ist. Mikrowellen im Bereich von 900 Mega-Hertz bis 1,9 Giga-Hertz sind hierbei die hochfrequente Trägerwellen. Diese werden durch eine sogenannt niederfrequente Modulation mit einer Nachricht "beladen". Das Signal beim Handy und bei der Basisstation wird also viele hundert Mal in der Sekunde ein- und ausgeschaltet, wie eine Lampe, die man ständig ein- und ausknipst. Deshalb ist diese Digitaltechnik "gepulst". Bei einem Anruf wird die Gesprächsinformation im Handy komprimiert und während eines Zeitschlitzes von 0,577 Millisekunden an die Basisstation gefunkt. Danach folgen sieben Zeitschlitze Pause, bevor das nächste Informationspaket übertragen wird. Dieses periodische Funken des Handys ergibt ein gepulstes Signal im Zeitabstand von 4,6 Millisekunden; somit schießt das Handy während eines Gespräches jede Sekunde 217 Energieblitze weg. Dies entspricht einer Pulsfrequenz von 217 Hertz. In den sieben verbleibenden Zeitschlitzen kann die an den Handymast angeschlossene Basisstation weitere Gespräche zu anderen Mobilfunk-Teilnehmern aufbauen. Daraus folgt, dass jeder Sender am Handymast je nach Gesprächsaufkommen 217 bis 1736 Informationspakete in der Sekunde abstrahlt. Diese digitale, gepulste Strahlung ist viel gefährlicher als die analoge. Sie hat eine wesentlich stärkere biologische Wirkung als die analogen Wellen. Die Risiken, die sich aus dem digital gepulsten Mobilfunk ergeben, lassen sich nicht mehr wegdiskutieren und können auch nicht auf Dauer verschwiegen werden. Die Gesetze schützen uns nicht. Im Gegenteil: Sie ermöglichen, dass immer mehr gesundheitsgefährdende Mobilfunkstationen gebaut werden.

Natürlich sind wir ständig Risiken ausgesetzt (z.B. Verkehrsunfall). Wir können durch vielerlei andere Einflüsse erkranken (Rauchen, Ernährung, berufsbedingte Krankheiten, Computer, Sportunfälle). Manche Risiken lassen sich durch unser Verhalten reduzieren (Rauchen aufgeben, sicher statt schnell Auto fahren), auf andere Risiken haben wir nur bedingt und indirekt Einfluss (Umweltverschmutzung, Bedingungen am Arbeitsplatz). Um so wichtiger ist es aber, jedes zusätzliche Risiko zu minimieren und im Idealfall ganz auszuschließen. Mit jeder weiteren Belastung der Umwelt durch Gifte und schädigende Technologien fällt es schwerer die Ursache für Erkrankungen festzustellen. Irgend etwas als alleinige Ursache auszumachen gelingt in den seltensten Fällen. Deshalb kann sich die Industrie immer fein herausreden, wenn sie den Nachweis verlangt, dass ihr Produkt oder ihr Verhalten für Schäden verantwortlich ist. Wir sind keine Versuchskaninchen (selbst Kaninchen sollten nicht hierzu missbraucht werden) und wir lassen uns die Gesundheit nicht abkaufen, auch nicht durch noch so viele Milliarden aus UMTS-Erlösen!

Wir sollten aus den bisherigen Erfahrungen endlich etwas lernen. Als z.B. die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) Ende der vierziger Jahre entwickelt und dann produziert wurden, wusste man nur sehr wenig über die Atmosphäre. Anfang der siebziger Jahre wurden die ersten Warnungen laut, dass FCKW und Halone die Ozonschicht zerstören könnten. Dann dauerte es noch einmal fast zwanzig Jahre, bis zum ersten Mal etwas zur Verringerung der FCKW- und Halonemissionen getan wurde - zu spät, wie die dramatische Ausweitung des Ozonlochs auf der Südhalbkugel und der fortschreitende Abbau der Ozonschicht auch über der Nordhalbkugel zeigen. Nun mag man einwenden, dass diese Entwicklung nicht vorhersehbar war. Hierin liegt aber genau das Problem. Unser Wissen ist stets begrenzt, und es ist von daher unmöglich, alle möglichen Folgen eines Stoffes oder einer Technologie für die Umwelt vorherzusehen. Um so notwendiger wäre es, erste Hinweise auf mögliche Gefahren ernst zu nehmen und diesen nachzugehen und die Produktion und Verbreitung von als potentiell schädlich erkannten Stoffen und Technologien zu verlangsamen, bis die offenen Fragen geklärt sind, statt durch hinhaltenden, ökonomisch motivierten Widerstand (durch die Industrie) möglicherweise irreversible Schäden zu riskieren. Beispiele für die Verharmlosung späterer Risiken gibt es genug: Atomkraft, Contergan, Pestizide, Insektizide, Tiermehl, Gentechnik. All diese Segnungen der Wissenschaft dienten ja stets dem "Wohl der Allgemeinheit" und nicht dem persönlichen Profit.

Am 27.03.2001 findet in Iphofen nach Auskunft unseres Bürgermeisters Bruno Scheiner, welcher ja auch Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetages ist, eine allgemeine Informationsveranstaltung des Gemeindetages zu diesem Thema statt. Ich weiß nicht, wer alles dort spricht, aber man sollte diese Informationsmöglichkeit auf jeden Fall nutzen. Danach will die Gemeinde Greußenheim darüber befinden, ob und welches Grundstück sie der Firma Mannesmann überlässt. Frau Meier von der Fa. Mannesmann sicherte zu, die Entscheidung der Gemeinde abzuwarten. Auf meine Anfrage teilte sie mit, dass die Firma Mannesmann in Greußenheim bisher noch kein privates Grundstück erworben habe.

Ich möchte versuchen - eventuell mit anderen interessierten Mitbürgern (Hilfe wäre willkommen) - eine eigene Informationsveranstaltung in Greußenheim durchzuführen. Ich hoffe, dass mir dies bis zu einer Entscheidung durch den Gemeinderat möglich wird und eine Bürgerinformation stattfinden kann, in der alle Bürger durch unabhängige Fachleute informiert werden. Die Mobilfunkbetreiber und ihre "Experten" wollen nur eines: Möglichst viel Geld verdienen und es ist ihnen vollkommen gleich, ob wir gewissen Risiken ausgesetzt sind. Aber sie brauchen hierzu ein Grundstück, das sie nutzten können. Sicher kann man einem Bürger nicht verbieten, sein Grundstück zu überlassen. Aber er sollte umfassend darüber informiert sein, was er seinen Mitbürgern damit für einen "Gefallen" tut. Hier geht es nicht mehr nur um ein "Schnäppchen", hier geht es um unser aller Gesundheit. Das sollte jeder bedenken, der in dieser Gemeinschaft leben will.

Ich bitte deshalb alle Mitbürger oder Personen, die in Greußenheim ein Grundstück besitzen: Bitte verkaufen Sie kein Grundstück an einen Mobilfunkbetreiber und überlassen Sie auch keines zur Nutzung durch solche Firmen. Reich werden Sie damit ohnehin nicht und mit diesem Geld werden Sie wahrscheinlich auch nicht glücklich! Warten Sie zumindest die entsprechenden Informationsveranstaltungen ab. Nebenbei bemerkt verlieren Grundstücke in der Nähe solcher Mobilfunkmasten erheblich an Wert!

Es ist mit dem Selbstverständnis von Gemeindevertretern oder der Bürgerschaft in einer umweltbewussten Gemeinde nicht zu vereinbaren, einem weiteren Fortschreiten dieser Technik Vorschub zu leisten. Es gibt sicher einzelne Personen, für die ein Handy mittlerweile unverzichtbar geworden ist oder Situationen, in denen man auf ein Handy angewiesen sein kann. In den meisten Fällen gilt dies jedoch nicht. Die Wahrscheinlichkeit eines "Notfalls" in dem nur wegen des Handys Leben gerettet werden kann ist mit Sicherheit wesentlich geringer als die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Schädigungen oder schwerer Erkrankungen (letztlich auch irgendwann mit Todesfolge). Ich bitte Sie deshalb von ganzem Herzen: Stellen Sie sich allen Bestrebungen der Ausweitung dieser Technik zumindest in Ihrer Gemeinde mit aller Kraft entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Gerberich


 

Weitere umfassende Informationen zum Thema Mobilfunk finden Sie z.B. auch im Internet auf der Homepage der Bürgerwelle e.V. - Dachverband der Bürger und Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog unter "http://www.buergerwelle.de"; E-Mail: pr@buergerwelle.de
(Sprecher des Vorstands: Siegfried Zwerenz, Lindenweg 10, D-95643 Tirschenreuth; Tel. 09631-795736; Fax: -795734)


 

nach oben


Informationsveranstaltungen in Greußenheim zum Thema Mobilfunk
 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am 08.02.2001 erhielten Sie ein erstes Schreiben wegen des geplanten Vorhabens der Firma Mannesmann, am "Herchenberg" in Greußenheim eine Mobilfunk-Sendeanlage zu errichten. Es wurde dabei auch auf eine beabsichtigte Informationsveranstaltung hingewiesen. Hierzu möchten wir Ihnen weitere Erläuterungen geben.

Wer sind wir?

Wir sind Greußenheimer Bürger, die aus Sorge um unsere Gesundheit sowie aus Verantwortung für unsere Kinder und unsere Umwelt die Neuerrichtung von Mobilfunk-Sendeanlagen unter Verwendung digital gepulster Wellen verhindern möchten. Wir sind keine neue Partei und wollen keine Kommunalpolitik betreiben. Letztlich ist aber jedes öffentliche Reden und Handeln und besonders eigenständiges Denken politisch.

Warum noch eine Veranstaltung?

Bereits am Dienstag, den 13.03.2001, führt die Gemeinde Greußenheim eine Bürgerinformationsveranstaltung durch, bei welcher ein Arzt für Umweltmedizin sowie zwei Mitarbeiter der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post referieren. Am 27.03.2001 findet außerdem in Iphofen eine Großveranstaltung des Bayerischen Gemeindetags zum gleichen Thema statt. Ohne diesen beiden Veranstaltungen vorgreifen zu wollen, halten wir es für erforderlich, zusätzliche Informationen beizusteuern, bei dem der gesundheitliche, d.h. der krankmachende Aspekt dieser Technologie nochmals besonders verdeutlicht wird.

Diese Veranstaltung war erst für den 02.03. vorgesehen, wurde wegen eines Termins des Referenten dann aber für den 19.03. geplant, da nach dem Terminkalender der Gemeinde und Ortsvereine dieser Tag ursprünglich auch frei war. Nachdem am 19.03. jedoch ein Treffen der Vereinsvorstände angesetzt wurde, haben wir unseren Termin schließlich nochmals verlegt. Vorab möchten wir deshalb darauf hinweisen, dass am

Montag, den 26.03.2001, um 20.00 Uhr, in der Geisberghalle in Greußenheim

unser Informationsabend stattfinden wird. Hauptreferent ist der Ochsenfurter Landtagsabgeordnete, Herr Volker Hartenstein, welcher insbesondere die Hintergründe der bis jetzt noch nicht veröffentlichten sog. "Rinderstudie" durchleuchten wird. Er steht selbstverständlich auch zu allgemeinen Fragen rund ums Thema Mobilfunk zur Verfügung.

Warum ist Mobilfunk gefährlich?

Wir sind zwar unaufhörlich von verschiedenen Arten elektromagnetischer Wellen (Elektrosmog) umgeben. Auch reagieren die Menschen durchaus unterschiedlich auf diese Einwirkungen. Mit Einführung der neuen Mobilfunktechnik der D- und E-Netze oder auch bei den schnurlosen Heimtelefonen nach DECT-Standard werden diese Wellen nicht mehr als analoge Wellen ausgesendet (wie z.B. Radio und Fernsehen), sondern sie werden digital gepulst. Dieser hinsichtlich der damit verbundenen technischen Möglichkeiten erhebliche Fortschritt hat jedoch gravierende, gesundheitsschädigende Auswirkungen auf den Organismus von Lebewesen. Alltägliche Beobachtungen und die Forschung liefern immer mehr Hinweise darauf, dass niederfrequent gepulste Hochfrequenzen an der Begünstigung und Auslösung folgender gesundheitlicher Störungen beteiligt sind:


Wir nehmen die Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Mobilfunk-Sendeanlagen unter Verwendung niederfrequent digital gepulster Hochfrequenzwellen sehr ernst. Wir möchten nicht den Wirkungen einer Technik ausgesetzt sein, bei der es gewichtige Hinweise für Schäden an der Gesundheit gibt. Wir sind überzeugt, dass die jetzt bestehenden Grenzwerte für diese Strahlung unsere Gesundheit nicht ausreichend schützt, zumal diese Grenzwerte nur die thermische Wirkung berücksichtigen. Wir halten es für möglich, dass diese Mobilfunk-Sendeanlagen schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen können oder man solchen ausgesetzt ist. Auch wird durch diese Anlagen das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet. Aus verschiedenen Gerichtsurteilen ist mittlerweile bekannt, dass bei unmittelbarer Nähe von Sendeanlagen zu Wohnungen Mietkürzungen zulässig sind, weil diese dann auch ohne Nachweis schädlicher Einwirkungen einen zur Minderung führenden Mangel der Mietsache darstellen. Des weiteren führt die Nähe eines Senders bei Immobilien und Grundstücke zu einem erheblichen Wertverlust.

Was soll deshalb geschehen?

Statt die Bevölkerung mit weiteren Forschungen, die noch Jahre dauern, zu vertrösten und diese als Versuchskaninchen zu missbrauchen, sollten keine weiteren Sendemasten mit dieser gefährlichen Technik aufgestellt werden. Es sollte deshalb auch keinen Streit zwischen Handy-Nutzern und Skeptikern geben, denn der technische Nutzen (Flexibilität, Bequemlichkeit) wird nicht in Frage gestellt. Wir sind für Mobilität, aber nicht um jeden Preis. Selbst nicht für die 100 UMTS-Milliarden darf man unser Leben kaputt machen. Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen, denn letztlich wollen wir alle möglichst gesund und in Frieden in Greußenheim miteinander leben. Wir wollen auch niemandem das Handy wegnehmen, ebenso wenig wie wir jemanden am Rauchen hindern werden. Aber wir bitten um Verständnis, dass wir entscheiden möchten, ob wir "mitrauchen". Auch ohne weiteren Sendemast kann man in Greußenheim mobil telefonieren. Wir haben auch immer noch das Festnetz. Dies wird sich aber irgendwann ändern, wenn alle 500 Meter ein Sendemast steht (erklärtes Ziel der Mobilfunkbetreiber). Wir sind bereits von genug Schadstoffen und riskanter Technik umgeben. Jetzt wird es Zeit, einmal "Stop" zu rufen und nicht noch weiteres Unheil anzurichten. Die Mobilfunkbetreiber sollen endlich ihre Hausaufgaben machen und einsehen, dass sie sich erst dann wieder bei uns melden können, wenn sie eine vernünftige Technik ohne Schaden für unsere Gesundheit entwickelt haben.

Bitte besuchen Sie auf jeden Fall neben der Veranstaltung der Gemeinde auch unseren Informationsabend am 26.03.2001!

Ihr
Arbeitskreis Pro Gesundheit


 

nach oben


Zurück zu Werner Gerberich

Werner Gerberich im April 2001 (Webmaster)

Seitenanfang